MelaGenix – der neue Genexpressionstest

Die prognostische Acht-Gensignatur von MelaGenix ist das Resultat aus 20 Jahren wissenschaftlicher Forschung. Das Aktivitätsmuster dieser Gene liefert als Ergebnis, den MelaGenix Genexpressions-Risikoscore (MG Score), der Ihre heutige Diagnostik ergänzt und Entscheidungen auf Grund drastischer Veränderungen der Gesamtüberlebensrate grundlegend wandeln kann (Abb. 1). Entwickelt wurde der MelaGenix Multigenexpressionstest zur Bestimmung des Rückfallrisikos für Patienten, bei denen ein Melanom im frühen und mittleren Entwicklungsstadium (AJCC Stadium I und II) diagnostiziert wurde, sowie zur besseren Therapieoptimierung von Patienten, bei denen zum Zeitpunkt der Diagnose bereits regionäre Metastasen (AJCC Stadium III) aufgetreten sind. Der MelaGenix Score ist ein Wert, der das individuelle Rückfallrisiko innerhalb von 10 Jahren nach Erstdiagnose ermittelt. Er kann bei einer Vielzahl von Patienten zu einer vollkommen neuen Bestimmung und Einstufung des Patientenrisikos führen und damit Therapieentscheidungen im Rahmen der Melanomversorgung entscheidend verändern.

MelaGenix – die präzise Bestimmung des Rückfallrisikos von Melanompatienten

Die Versorgung des malignen Melanoms, allen voran die Diagnose und Therapie, entwickeln sich mit großen Schritten hin zu einem personalisierten Vorgehen. Der Krankheitsverlauf ist nach der Erstdiagnose sehr individuell und beinhaltet die Chance auf eine vollständige Heilung, allerdings nur, wenn die zur Verfügung stehenden Informationen vollständig genutzt werden. Die genbasierte Diagnostik des Melanoms eröffnet nun eine neue Dimension der präziseren Bestimmung des Rückfallrisikos. Mit Hilfe des MelaGenix Multigenexpressionstests wird die individuelle Tumorgenaktivität durch quantitative RT-PCR im Primärmelanom bestimmt.

Abbildung 1: Gesamtüberleben der Melanompatienten in Abhängigkeit vom MelaGenix Score. Die Kaplan-Meier Analyse beruht auf einem Kollektiv von 125 FFPE-Primärmelanomen

Stadium I / II / III

Patienten im frühen Entwicklungsstadium des Melanoms (AJCC I)

Das Rückfallrisiko von Patienten im Frühstadium (Stadium I) wird nach konventionellen AJCC-Maßstäben als gering eingestuft (Abb. 2; schwarze Linie). Wird hier ein MG Score ≥1,3 ermittelt, kann sich das melanomspezifische Mortalitäts-Risiko für diese, als Niedrigrisiko eingestufte Patientengruppe, auf bis zu 50% erhöhen (Abb. 2; rote Linie; Mortalitätsrisiko vergleichbar mit AJCC-Stadium III). Auf der Basis dieses Wertes sollte eine Intensivierung der Behandlung bzw. Nachsorge relevant sein, denn bis heute erleiden ca. 5% bzw. 14% der Stadium IA- bzw. IB-Patienten einen Rückfall und versterben an den Folgen ihres Melanoms. Diese Patientengruppe beinhaltet heute zahlenmäßig den größten Anteil aller Melanom-bedingten Todesfälle. Nicht alle, aber ca. 40% der Patienten mit dünnen Hochrisikomelanomen werden durch MelaGenix identifiziert, und ihnen könnte zukünftig geholfen werden (Verringerung der Unterversorgung).

Abbildung 2: Gesamtüberleben der Melanompatienten im AJCC Stadium I (schwarz) in Abhängigkeit vom MelaGenix Score (grün: MG Score <1,3; rot: MG Score ≥1,3) im Vergleich zur konventionellen AJCC Stadieneinteilung. Die Kaplan-Meier Analyse beruht auf einem Kollektiv von 94 FFPE-Primärmelanomen.

Patienten im mittleren Entwicklungsstadium des Melanoms (AJCC II)

Im Stadium II unterstützt die individuelle Bestimmung des Rückfallrisikos die Therapieentscheidung. Leitliniengemäß ist für diese Patientengruppe eine adjuvante Alpha-Interferon-Therapie vorgesehen. Diese ist ihrerseits mit teilweise erheblichen Nebenwirkungen behaftet. Wird im Stadium II ein niedriger MG Score ermittelt, verringert sich das Rückfallrisiko auf ca. 20% (Abb. 3). Dies bedeutet, dass Patienten mit einem niedrigen Risikoscore auch ohne adjuvante Therapie eine hohe Überlebenswahrscheinlichkeit haben. Ca. 75% dieser Niedrigrisikopatienten im Stadium II werden heute durch den MelaGenix Test erfasst. Dabei handelt es sich um eine Patientengruppe signifikanter Größe, welche die Entscheidung für oder gegen eine ergänzende Therapie durch Kenntnis des persönlichen Risikos selbstbestimmt treffen könnte (Verringerung der Überversorgung).

Abbildung 3: Gesamtüberleben der Melanompatienten im AJCC Stadium II (schwarz) in Abhängigkeit vom MelaGenix Score (grün: MG Score <1,3; rot: MG Score ≥1,3) im Vergleich zur konventionellen AJCC-Stadieneinteilung. Die Kaplan-Meier Analyse beruht auf einem Kollektiv von 42 FFPE-Primärmelanomen.

Patienten mit regionärer Metastasierung (AJCC III)

Im Stadium III gibt der MelaGenix Score zusätzliche Sicherheit, ob ein Hochrisiko-Melanom vorliegt, das dringend eine weitere Behandlung erfordert. Dies erlaubt auch die Auswahl von Patienten mit besonders hohem Rückfallrisiko für die Teilnahme an klinischen Studien bzw. für den Einsatz zielgerichteter Therapien (wie z.B. Ipilimumab).
Mehr Sicherheit: Sowohl bei Erstdiagnose, bei schwierig einzuordnenden Melanomen, als auch in der Nachsorge. Da unmittelbar nach Bestätigung der Diagnose sehr weitreichende Behandlungsentscheidungen getroffen werden müssen, hilft eine präzisere Bestimmung des Rückfallrisikos von Patienten. So konnte bei Melanomen aus allen relevanten AJCC-Stadien IA-IIIC, welche eine 41%ige AJCC-basierte Falschprognostizierung aufwiesen, mehr als 1/3 der Prognosen durch MelaGenix korrigiert werden.
Bei einem hohen Risikoscore sollte der Patient (in Abhängigkeit vom AJCC-Stadium) engmaschiger überwacht bzw. eine Therapie(intensivierung) in Betracht gezogen werden.
Ein Patient, der sein Rückfallrisiko kennt, kann die Nebenwirkungen einer Therapie in der adjuvanten Situation besser persönlich abwägen und zusammen mit dem Arzt eine individuell angepasste Therapieoption wählen.

Abbildung 4: Gesamtüberleben der Melanompatienten im AJCC Stadium III (schwarz) in Abhängigkeit vom MelaGenix Score (grün: MG Score <1,3; rot: MG Score ≥1,3) im Vergleich zur konventionellen AJCC-Stadieneinteilung. Die Kaplan-Meier Analyse beruht auf einem Kollektiv von 106 FFPE-Primärmelanomen.

Logistik und technische Bestimmung (2-3 Wochen)

Die Kostenerstattung

Die privaten Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für den MelaGenix Multigenexpressionstest. Ein Antrag auf Erstattung muss jedoch im Einzelfall gestellt werden. Für die gesetzlichen Krankenkassen ist die Kostenübernahme für den Test noch nicht obligat. Wir helfen aber gerne.